Meine schriftliche Zeugenaussage zum Vorwurf eines versuchten Betruges zum Nachteil des hernber kinderschutzbundes vom 24. 10. 2004 mit Quittungsstempel des AG Herne vom 25. 10. 2004
 

Joachim Koßmann
Vinckestr. 49
44623 Herne
24. 10. 2004

Amtsgericht Herne

44601 Herne

11 Ds - AK 131 / 96

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Freitag, den 22. 10. 2004 teilte mir Herr Kriminalkommissar ... telefonisch mit, dass gegen mich ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Betruges zum Nachteil des Kinderschutzbundes anhängig sei. Daraufhin entgegnete ich ihm, ich wolle mich zur Klärung des Sachverhaltes selbst direkt mit dem Amtsgericht in Verbindung setzen.

Daher habe ich am Wochenende alle relevanten Unterlagen herausgesucht und deren Inhalt nochmals sehr sorgfältig geprüft. Dabei fiel mir auf, dass mir das LG Bochum am 8. 8. 2003 mitgeteilt hatte:

"Bei dem Antrag des Angeklagten handelt es sich nicht um einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem. § 44 StPO, da in diesem Fall sein Ziel - Fortsetzung des Berufungsverfahrens - nicht mehr durchsetzbar wäre. Die Wochenfrist des § 45 Abs. 1 S. 1 StPO ist lange abgelaufen. Mit Beendigung der Berufungshauptverhandlung entfiel die von ihm so empfundene Bedrohungssituation."

Die Existenz dieses rechtsmittels war mir bis heute vollkommen unbekannt. Mein damaliger Vertreter, Herr Rechtsanwalt ..., hatte mich darüber nicht informiert. Ich hatte ihn wenige Tage nach der Verhandlung vom 9. 4. 1997 in seiner Kanzlei aufgesucht, weil ich Strafanzeiogen gegen Richterin ... und den Staatsanwalt erstatten wollte. Doch leider hat mich Herr Rechtsanwalt ... falsch beraten. Ansonsten hätte ich auf dieses Rechtsmittel zurückgegriffen. Ich werde daher wegen einer notwendigen Prozeßkostenhilfe am 26. 10. 2004 beim Amtsgericht vorsprechen, und dann prüfen lassen, ob ich Entschädigungsforderungen gegen Herrn Rechtsanwalt ... geltend machen kann.

Mit diesen neuen Erkenntnissen bin ich nun dazu bereit, mich damit abzufinden, dass das Urteil durch den Prozeß vom 9. 4. 1997 rechtskräftig geworden ist. Ich nehme daher meine im Schreiben vom 13. 4. 2004 erhobenen Erstattungsfoderungen gegenüber dem Kinderschutzbund hiermit ausdrücklich wieder zurück.
Es war niemals meine Absicht, den Kinderschutzbund betrügen zu wollen, ich wollte lediglich meine Forderungen in einem ordnungsgemäßen Prozeß einklagen.

Ich möchte mich ausdrücklich dafür entschuldigen, daß ich mich bei der rechtlichen Beurteilung des Sachverhaltes geirrt habe, obgleich ich der Auffassung bin, dass nicht ich für diesen Irrtum verantwortlich bin.

Ich bitte das Gericht um Verständnis für meine besonders schwierige persönliche Situation und beantrage hiermit die Einstellung des Ermittlungsverfahrens.

Mit freundlichen Grüßen, Joachim Koßmann

 
Dazu Frau Staatsanwältin ... in ihrer Klageschrift vom 27. 10. 2004 (Zitat): "Der Angeschuldigte hat den Tatvorwurf eingeräumt."